Wie erkenne ich eine gut ausgebildete LehrerIn?
Wie erkenne ich eine gut ausgebildete LehrerIn?
Der Beruf YogalehrerIn ist in Deutschland nicht geschützt und kein anerkannter Ausbildungsberuf. Die beste Ausbildung bietet der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Europäischen Yogaunion (BDY/ EYU). Diese 4-jährige berufsbegleitende und zertifizierte Ausbildung folgt westeuropäischen Standarts. Ausbildungsinhalte müssen in bestimmter Stundenzahl (mind. 720) absolviert werden u.a.: Anatomie, Physiologie, Psychologie, Pädagogik, Philosophie. Yogalehrer die eine mindestens 2-jährige andere Ausbildung nachweisen (mind. 500 Stunden), können Mitglied im Berufsverband werden, dürfen jedoch nicht die Berufsbezeichnung - Yogalehrer BDY/EYU - führen.
Außerdem gibt es viele andere Ausbildungswege in unterschiedlicher Länge und Qualität: ab 4 Wochen ist alles möglich. Häufig werden unklare und falsche Begriffe genutzt: z.B. Diplom-YogalehrerIn. Ein Diplom ist in Deutschland jedoch der Abschluß eines anerkannten, wissenschaftlichen Hochschulstudiums und darf auch nur so verwendet werden. Yogacharya (aus dem Sanskrit) bedeutet Yogalehrer oder Meister des Yoga und wird hier oft kurz mit Yogameister übersetzt. Yogatrainer bezeichnet bei uns eine Kurzausbildung meist auf Fitness-/ Sport- Studios begrenzt.
Als Grundsatz kann gelten: Ein Lehrer sollte über eine mehrjährige, abgeschlossene Ausbildung verfügen, mgl. westeuropäischer Standart, einige Jahre eigene Yogaerfahrung mitbringen, sich stets weiterbilden und dazu immer gerne Auskunft geben. Fragen Sie stets nach wenn Sie unsicher sind!
Der Unterricht sollte durch Offenheit, Toleranz, Empathie, Fachkenntnis und Ehrlichkeit gekennzeichnet sein. Gruppenzwang, indoktrinierendes Verhalten und Heilsversprechen gehören nicht dazu.
Welcher Yogastil paßt zu mir?
Welcher Yogastil paßt zu mir?
Hatha-Yoga unterscheidet sich im Wesentlichen in der Art und Weise der Ausführung der Körperübungen (asanas). Im Folgenden einige der bedeutenden Richtungen und Traditionen sowie eine Kurzbeschreibung, alphabetisch geordnet:
- Ashtanga-Yoga: Der Ursprung ist Krischnamacharya, durch Patthabis Jois verbreitet. Dynamischer, fordernder Stil im Atemverlauf und mit Atemregelung. Geübt werden lange, festgelegte Reihen eingeteilt nach Schwierigkeitsgrad . Für bewegliche, sportorientierte, gesunde und leistungswillige Menschen geeignet.
- Bikram- Yoga: Entwickelt und markengeschützt von Bikram Choudury aus Amerika. Reduziert auf 26 Asanas + 2 Pranayamas wird in einem erhitztem Raum geübt. Als workout, um Kalorien zu verbrennen bzw. als Schwitzkur zur Entgiftung, in Deutschland eher unbedeutend.
- Hormon-Yoga: Vor einigen Jahren entwickelt von Dinah Rodriguez als Übungsabfolge einiger, verschiedener Haltungen, teils kombiniert mit Atemübungen und Visualisierungen. Ungeeignet für Anfängerinnen. Leider werden meist falsche Hoffnungen geweckt: Jede Art von Yoga wirkt auch auf das Hormonsystem, allerdings immer nur indirekt und fängt vor allem starke Schwankungen im System auf. Voraussetzung für eine Wirkung von Yoga ist eine längere, regelmäßige Übungspraxis.<cite> Wie Yoga wirkt erfahren Sie unter: www.personalfitness.de/lifestyle/255</cite>
- Integraler Yoga: Begründet von Sri Aurobindo als ein überwiegend geistiger Weg, der Meditation und Selbsterfahrung in den Mittelpunkt stellt.
- Iyengar-Yoga: Der Ursprung ist Krichnamacharya, durch B.K.S. Iyengar entwickelt und verbreitet. Überwiegend statisch haltender Übungsstil, kräftig, fordernd, klar, auf Präzision und körpergerechtes Arbeiten in den Übungen wertlegend. Auch geeignet für Menschen mit körperl. Problemen, da die Übungen mit Hilfsmitteln wie Gurten, Klötzen, Decken, Wänden, Stühlen etc. leicht eingenommen bzw. gehalten werden können. Ein sehr therapeutisch arbeitender Stil.
- Klassischer Yoga: Gemeint ist hiermit der Bezug des Hatha-Yoga auf die grundsätzlichen Ursprünge der alten Schriften wie Patanjali und den großen Yogaschriften wie die Hatha-Yoga-Pradipika, die Gheranda Samhita u.a. mit den dort beschriebenen Praktiken. Im Grunde gehören fast alle traditionellen Stile dazu.
- Kriya- Yoga: Verbreitet vor allem durch Yogananda. Körper- und Atemübungen, hauptsächlich Meditation und geistige Schulung, sehr indischer Stil.
- Kundalini-Yoga: Bekannt vor allem durch Yogi Bhajan, beschäftigt sich mit den feinstofflichen Aspekten des Yoga und rückt diese in den Mittelpunkt. Die Übungen sind teils dynamisch, kombiniert mit Atemübungen, Visualisierungen, Mantra singen und Ernährungslehre.
- Power-Yoga: Dynamische Übungsform aus Amerika importiert. Hauptsächlich in Fitness Centern geübte Form, meist auf den Sonnengruß mit Varianten reduziert. Geeignet zum work out anstelle von Aerobic, oft fehlender Yogahintergrund.
- Sivananda-Yoga: verbreitet durch Swami Sivananda, in Deutschland bekannt durch die Yoga-Vidya-Zentren, hinduistisch angehaucht. Eingebettet durch Lebensführung, Ernährung und Philosophie werden die klassischen Yogahaltungen, sowohl statisch als auch dynamisch oder in Übungsreihen (Rishikesh Reihe) weitergegeben.
- Vini-Yoga: Der Ursprung ist Krichnamacharya, durch Desikachar verbreitet. Kleine Übungsabfolgen werden im Atemverlauf geübt und erweitert. Oftmals meditativer Stil. Die Übungen sind oft verändert und sehr angepasst. Für Menschen mit starken Körperproblemen, als Einstieg für Ungeübte, Ältere und therapeutisch gut geeignet.
- Yoga der Energie: Begründet von Roger Clerc und Lucien Ferrer aus Frankreich. Kraftvoller Hatha- Yoga der alle Techniken mit einbezieht und an die Bedürfnisse des Menschen angepaßt ist.
Was ist Yoga- Therapie ?
Was ist Yoga- Therapie ?
Yoga als Therapie ist ein an Bedeutung gewinnender, sich ständig weiterentwickelnder Bereich, der in Zukunft an größerer Bedeutung gewinnen wird. Gestützt durch fortlaufende neue Untersuchungen der Schulmedizin wird die Wirksamkeit von Yoga wissenschaftlich geprüft. Fundierte nachgewiesene Ergebnisse belegen die Möglichkeit von Yoga zur Unterstützung der Heilung verschiedenster Krankheiten. Erforscht werden z.B. die Stressreduktion und die damit verbundene Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, die Wirkung von Atemübungen auf die Psyche, von Meditation bei verschiedensten psych. Krankheitsbildern u.v. mehr.
Zur Zeit ist Yogatherapie noch keine schulmedizinisch anerkannte Therapie. Yoga wird jedoch zur Unterstützung der Heilung in vielen Kliniken bereits eingesetzt.
Yogatherapie kann als Einzel- oder Kleingruppentherapie für Menschen angeboten werden, für die normaler Gruppenunterricht nicht möglich, kontraindiziert oder nicht gewünscht ist.
Yogalehrer benötigen zur Durchführung der Yogatherapie in Deutschland mindestens den Heilpraktikerschein Psychotherapie (HPP). Fragen Sie auch hier im eigenen Interesse nach!
Bücher, DVD`s oder CD`s ?
Bücher, DVD`s oder CD`s ?
Bücher unterstützen das eigene Üben durch Beschreibung, Bebilderung und Hintergrundinformation. Die Autoren sowie ihr Bezug zum Yoga und ihre Ausbildung liefern einen ersten Hinweis auf die Qualität des Buches. Die Beschreibung der Übung sollte direkt mit dem Bild in Zusammenhang stehen, Kontraindikationen stets angegeben sein.
DVD`s sollen meist zum direkten Mitüben einladen, dieses ist nur bedingt möglich, da gleichzeitiges Sehen und Üben oft schlecht möglich ist.
CD`s eignen sich zum Mitüben besser als DVD`s, vor allem wenn zum Vorschauen ein booklet mitgeliefert ist. Am besten sind CD`s wenn Sie mit den Ansagen des Yogalehrenden schon ein wenig vertraut sind.
Alle drei ersetzen natürlich nicht den Yogaunterricht und die persönliche Ansprache und Korrektur durch eine Lehrerin.
Wie bekomme ich am besten den Einstieg?
Wie bekomme ich am besten den Einstieg?
Falls Sie keinen ganzen Kurs buchen möchten, weil Sie sich nicht sicher sind, ob es das Richtige für Sie ist, gibt es folgende Möglichkeiten:
Viele Yogaschulen oder öffentl. Einrichtungen bieten Wochenend-, Tages- und Kurzseminare mit geringer Stundenzahl zu günstigen Preisen an. Dies ist eine gute Methode, die LehrerIn und den Yogastil kennen zu lernen, ohne sich lange zu binden.
Manchmal sind auch einzelne Kursstunden/ Schnupperstunden buchbar. Bitte beachten Sie: Ein Kurs oder Lernabschnitt wird von Yogalehrern nach pädagogischen Grundsätzen geplant. Wird nun eine solche Stunde als Schnupperstunde besucht, fehlen die vorherigen Übungseinheiten zum Verständnis. Erfahrungsgemäß wirkt dieses oft verwirrend und überfordert, vergleichbar mit einem Spanischkurs für AnfängerInnen, der zur 7. Kursstunde besucht wird.
Gut ausgebildete LehrerInnen mit pädagogischer Kursplanung sind deshalb nicht immer von der Frage nach Schnupperstunden begeistert, vor allem wenn nur wenig Yogaerfahrung vorliegt. Hier tritt der Unterschied zwischen Yogaunterricht und schneller Fitness in einem Studio deutlich zu Tage.